|
Für eine Zusammenfassung zweier Vorträge, die ich am 9.4.2011 in München (feminismus reloaded/ Gasteig) und am 16.4.2011 in Karlsruhe (Frauenperspektiven/ ZKM) gehalten habe, Sie hatten mehr oder weniger das gleiche Thema, nämlich ein Resümee nach 43 Jahren neuer deutscher Frauenbewegung. Ausserdem: Fantasie und Arbeit Biografische Zwiesprache Schüren Verlag 304 S. ISBN: 978-3-89472-692-8 Preis: 19,90 €
Dieses Buch ist eine gemeinsame Arbeit der Regisseurinnen Iris Gusner und Helke Sander. Die Betonung liegt für beide Autorinnen dabei auf „gemeinsam“. Ausgangspunkt war das Bedürfnis nach Orientierung und die Frage danach, wie man die eigenen Lebensgeschichten, die von Zeitgenossen und Wegbegleitern, wie u.a. von Michael Iljitsch Romm , Peter Weiss und Joan Littlewood als Lernprozess und als Gefühl vermitteln kann. Es geht hier um den Dialog zweier Frauen, die einen Großteil ihres Lebens in zwei Teilen eines Landes, in Deutschland Ost und West, verbracht, beide aber auch lange in anderen Sprachen und Ländern gelebt haben und ihre Erfahrungen reflektieren: die künstlerischen Anliegen, die politische Erziehung, die Prägung durch Studenten-und Frauenbewegung und vor allem die beiden gemeinsamen Erfahrungen, in frühen Jahren Kinder bekommen haben, für die sie selbst verantwortlich waren. Diese Gleichzeitigkeit, sich in einem in den frühen sechziger Jahren für Frauen unüblichen Beruf durchsetzen zu wollen und für die Kinder sorgen zu müssen, bestimmte die Praxis, die Winkelzüge und allmählich auch die Thematik ihrer Filme, die das allgemein „Verfilmbare“ erweiterten. Iris Gusner studierte von 1960 bis 1967 an der Filmhochschule Moskau /WGIK/ Regie und bekam ihre beiden Töchter während des Studiums. Sie arbeitete im DEFA-Spielfilmstudio als Regisseurin - bis Ende der siebziger Jahre als einzige Frau - und verließ im Sommer 1989 die DDR . Filme u.a. “Alle meine Mädchen”, “Wäre die Erde nicht rund”, “Kaskade rückwärts”, “ich liebe dich April! April!“ Helke Sander wurde in Berlin geboren. Nach der Schauspielschule 1959 Heirat und Kind in Finnland, ab 1962 erste Theaterregiearbeiten, Happenings, reisende Regisseurin an finnischen Arbeitertheatern, Inszenierungen in Helsinki für Theater und Fernsehen. Rückkehr in die BRD, Studium an der deutschen Film-und Fernsehakademie in Berlin, Mitbegründerin des Aktionsrats zur Befreiung der Frauen 1968. Filme u.a. „Die allseitig reduzierte Persönlichkeit Redupers“ ,, Der subjektive Faktor“, „Der Beginn aller Schrecken ist Liebe“, „BeFreier und Befreite“. Bücher u.a. „Die Geschichten der drei Damen K.“ , „Oh Lucy“. Und am Schluss noch ein Hinweis auf ein Buch aus der gleichen Familie: |