BEFREIER UND BEFREITE. KRIEG, VERGEWALTIGUNGEN, KINDER

Deutschland 1991/1992. 35 mm, Farbe und s/w, Teil 1: 90 Minuten, Teil 2: 102 Minuten. Produktion: BIFF, Bremer Institut Film/Fernsehen in Koproduktion mit Helke Sander Filmproduktion, Journal Film Klaus Volkenborn und dem WDR. Regie und Buch: Helke Sander. Recherche, wissenschaftliche Mitarbeit, Regieassistenz: Barbara Johr. Kamera: Hille Sagel. Assistenz: Susanne Philipp, Pascal Mundt, Bernd Balaschus, Folkert Oehme. Ton: Mike Shepard, Volker Zeigermann. Schnitt: Olla Höf, Karin Novarra, Helke Sander. Assistenz: Monika Negt, Birgit Berndt, Friedrich Spengelin. Musik: Wolfgang Hamm. Herstellungsleitung: Ulrike Herdin, Elke Peters. Aufnahmeleitung: Hildegard Westbeld. Redaktion: Inge von Böninghausen, Werner Dütsch Mitwirkende: Leonore Ballowitz, Antonie Brugsch-Hauckold, Leonard Buchow, Inge Deutschkron, Gleb Fjodorowitsch Dubrowo, Anna Petrowna Dubrowo, Annette Eckert, Herbert Eisermann, Clarissa Henry, Marc Hillel, Elfriede Hoffmann, Ingrid Holzhüter, Konrad Jahr, Gisela Jungmann, Kammerchor Alfred Hechner, Ika Klar, Edith Kleine, Hildegard Knef, Lew Kopelew, Klawdja Grigor Krochina, Dora Löbel-Bock, Ursula Ludwig, Renate Lutz-Lebsanft, Maria Milde, Charlotte Pospiech, Gerhard Reichling, Sabine Rogge, Wiltrud Rosenzweig, Jelena Moisejewna Rshevskaja, Valentina Fjodorowna Rumjantsewa, Ingrid Schmidt-Harzbach, Edgar Schneck, Rita Schulze-Bartsch, Werner Siebenhaar, Iwan Nikotorowitsch Stasewitsch, Fjodor Pawlowitsch Swerew, Ingeborg Tafel, Valentina Pawlowna Tchudajewa, Alexej Fjedotowitsch Tschetwerowa, Marie-Louise Waga, Johanna Wegfraß, Martine von Werner und Helke Sander Uraufführung: 22.2.1992 (Internationale Filmfestspiele Berlin, Panorama). Kinostart: 8.10.1992. Erstsendung: 29.11. und 6.12.1993 (WDR)

Zum Film

Der Film versucht die Frage zu klären, wie viele Frauen in Berlin 1945 von den Vergewaltigungen betroffen waren. Er stellt also die Frage nach der Masse und gibt zum ersten mal überhaupt eine seriöse Antwort darauf. Außerdem befrage ich darin damals vergewaltigte Frauen und gehe auf die vielfachen Folgen ein, seien sie nun persönlicher, psychologischer, politischer oder medizinischer Natur. Ich befrage ehemalige Rotarmisten nach ihrem Wissen über diese Ereignisse und es kommen Kinder aus diesen Vergewaltigungen zu Wort.

Helke Sander, 2003

 

 

Literatur zu BeFreier, Auswahl:

Das Buch zum Film, hg. von Helke Sander und Barbara Johr: BeFreier und Befreite, Kunstmann Verlag, 1.-3. Auflage. Als TB bei Fischer-Verlag.

Ungekürzte Neuauflage mit neuem Vorwort bei  Fischer Taschenbuch Frühjahr 05. Das Buch liegt auch in japanischer Sprache vor.

 

Veröffentlichungen zum Film:

– in Deutsch:

Barbara Johr: Geschichte Neu Gesehen: Filme auf den Spuren der Vergangenheit. Promotionsarbeit, vorgelegt an der Uni Bremen 22.12.1997

Dr. Uta C. Schmidt: in Politeia – Deutsche Geschichte nach 1945 aus Frauensicht” CD-Rom Ó 2002 Lehrgebiet Frauengeschichte der Universität Bonn. Siehe dazu Briefwechsel zwischen H.S. und U.S. Bei Neubearbeitung der CD-ROM sollen Passagen über den Film korrigiert werden.

Gertrud Koch: ”Blut, Sperma, Tränen” in : Frauen und Film, S. 54-55 (1994)

Gertrud Koch: Kurzschluss der Perspektiven. In: Frankfurter Rundschau 17./18.11.1992 (Siehe auch Antwort von H.S. in der gleichen Zeitung)

– in Englisch:

Richard W. McCormick: Rape and War, Gender and Nation, Victims and Victimizers: Helke Sander’s BeFreier und Befreite In: Camera Obscura 46 von 2001 ISSN-0270-5346, 42 Seiten, University of Minnesota, liegt vor.

Rick McCormick: Victims, Victimizers, and German Feminism: the Controversy About Helke Sander’s ”Befreier und Befreite” (1992), University of Minnesota, geschrieben 93, 12 Seiten, liegt vor.

Miriam Hansen: Frauen und Film and Feminist Film Culture in West Germany, in: Sandra Frieden, Richard W. McCormick, Vibeke R. Petersen, Laurie Melissa Vogelsang (Hg): Gender and German Cinema. Feminist Interventions, Volume Two: German Film History/German History in Film, Oxford 1993, Berg Publishers, S. 293-298

Andreas Huyssen, Silvia Kolbowski, Stuart Liebmann, Annette Michelson and Eric Santner: ”Round Table”: Further Thoughts on Helke Sander’s Project” October 72 (1995) Ab S. 89

Atina Grossmann: ”A Question of Silence: the Rape of German Women by Occupation Soldiers” October 72 (1995) S. 43-65

Gertrud Koch: ”Blood, Sperm and Tears”, transl. Stuart Liebman, in: October 72 (1995) S. 27-41

David J. Levin: ”Taking Liberties with Liberties Taken: On the Politics of Helke Sander’s ”Befreier und Befreite. October 72 (1995), S. 65-77

Pace Gättens: ”Helke Sander’s Liberators Take Liberties” and the Politics of History”.

Sheila K. Johnson: The Crime: Rape. Helke Sander’s 1992 Documentary. BeFreier und Befreite. Krieg, Vergewaltigung, Kinder und die Postmoderne. In: University San Antonio, Texas, USA, 16 Seiten, liegt vor.

Barbara Kosta: ”Rape, Nation and Remembering History”. Helke Sander’s ”Liberators Take Liberties” in: Gender and Germaness, ed. Patricia Herminghaus und Magda Mueller, Providence.

Cineaste Vol. 21, Nr. 1-2 Interview mit H.S. Stuart Liebmann, USA, October 72, Spring 95 pp 15-25, Artikel von Gertrud Koch, Atina Grossmann usw. wie in FUF 54/55 , 1994

Sabine Smith: ”Sexual Violence in German Culture. Rereading and Rewriting the Tradition” (Ph.d. diss, University of California at Davis 1996)

Unter dem gleichen Titel auch unter : Studien zum Theater, film und Fernsehen, hsg, von Renate Möhrmann, Peer Lang, Europäischer Verlag der Wissenshaften, bes. S.258 – 285

Zinn: ”Film, Fiction, and Feminism”: Politics in Helke Sander’s  Cinematic and Literary Texts: Representation of Gender, Subjectivity Humor and Music”. (Ph. D. diss University of Minnesota 1995)

Iris Rogoff & D. Sherman. From Ruins to Debris – The Feminization of Fascism in German History Museums.

In: Museum Culture – Histories/Theories/Spectacles. Minnesota University Press, 1993, 19 Seiten, liegt vor

There Should Be No Scissors in Your Mind. An Interview with Helke Sander. By Stuart Liebman. In: Cineaste, Vol. XXI Nos. 1-2, New York,Februar 1995, Seite 40-42.

Vesna Kesic: ”War Violence against Women – a contested Memory” In: Seminar in the Social Construction of Memory SOCI 122 Prof. Vera Zolberg, 21 Seiten (vermutlich Uni in N.Y.) 90er Jahre.

Claire Corbett: ”Casualities Of War”, Liberators Take Liberties: War, Rape and Children. 1993 anlässlich einer Vorführung des Films während der Australian National Documentary Conference 1992, University of Technology, Sydney Australien. (Claire Corbett ist assistant editor on feature films, u.a. on Jane Campion’s The Piano.)

Zeitschrift October New York, Nr. 72, 1995: Auseinandersetzung um BeFreier und Befreite. Diverse Artikel.

Verschiedene Vorträge in japanischen Publikationen.

Siehe auch „Politeia“ CD zur Frauenbewegung (Näheres unter „Veröffentlichungen“).

Die vorliegende Liste zeigt die zur Zeit bekannten großen Arbeiten zu dem Film. Außerdem gibt es mehrere Leitzordner mit vielen in- und ausländischen Rezensionen zu BeFreier und Befreite, z.T. im Privatbesitz von H.S. und Barbara Johr, z.T. in Stiftung Deutsche Kinemathek in Berlin.