Aus Berichten der Wach– und Patrouillendienste — Nr. 8

AUS BERICHTEN DER WACHUND PATROUILLENDIENSTENR. 8

Deutsch­land 1986. 35 mm, s/w, 11 Minuten. Produk­tion: Helke Sander Film­pro­duk­tion. Regie und Buch: Helke Sander. Kamera: Martin Gress­mann. Ton: Gunther Kort­wich. Schnitt: Ursual Höf
Darsteller: Dinko Bogdanic, Burg­hart Klaußner

Zum Film
Der Verkäufer in einem Porzel­lan­ge­schäft gibt einem Kunden, der ihn gleich­zeitig anzieht und abstößt, keine Auskunft über den Preis eines Spie­gels. Schließ­lich zertritt der poten­ti­elle Kunde den Spiegel.

Auch diese Geschichte ist im Prinzip wahr. Sie hat mich begeis­tert, weil sie so „anti­päd­ago­gisch“ ist.
Der Verkäufer gibt dem jungen Mann, der nach dem Preis fragt zu verstehen, dass er sowieso nicht bezahlen kann. Das will aber der junge Mann nicht wissen. Er will nicht belehrt werden, sondern wissen, was der Spiegel kostet. Nur weil er ein Loch im Pull­over hat, will er nicht schlecht behan­delt werden. Darum reißt ihm nach der dritten glei­chen Frage, auf die er keine Antwort bekommt, die Geduld.
Helke Sander, 2003